FotoSilz/StadtBingenDrususbrücke | © Torsten Silz / Stadt Bingen

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Drususbrücke

Rheinkai 21, 55411 Bingen am Rhein

Eine der ältesten Steinbrücken in Deutschland, mit Brückenkapelle.

Brücken haben im Mündungsgebiet der Nahe eine lange Tradition. Die erste entstand im Jahrzehnt vor Chriti Geburt. Drusus befestigte zu dieser Zeit die linksrheinische Grenze des römischen Reiches durch den Bau von Befestigungsanlagen und ließ eine Holzbrückeüber die Nache bauen. Nach ihrer Zerstörung 70 n. Chr. folge die erste Steinbrücke, die den Normannen um 891 zum Opfer fiel. Erst Erzbischof Willigis errichtete gut hunder Jahre später eine neue Steinbrücke über die Nahe.

In dieser Brücke wurde im östlichen Brückenpfeiler eine kleine frühromanische Brückenkapelle aus dem Ufergestein der Nahe herausgehauen, um die Brücke dem Schutz der Kirche anzuvertrauen. Bei der Tourist-Information kann der Schlüssel ausgeliehen werden.

1689 von den Franzosen zerstört, wurde sie abermals 1772 aufgebaut. Im März 1945 sprengte ein Spezialkommando den Brückenbogen vor den anrückenden Truppen der Alliierten. Heute prägt die Drususbrücke wieder das Binger Stadtbild.

 

Die Brückenkapelle im Landpfeiler der Drususbrücke ist die wahrscheinlich älteste erhaltene Brückenkapelle in Deutschland und die einzige unterirdische.

Die Brückenkapelle in der Drususbrücke, 2021. Leider haben wir im Stadtarchiv kein aktuelles Foto vom Innern der Kapelle, daher in diesem Fall von Wikipedia. Marion Halft: Frühromanische Brückenkapelle unter der Drususbrücke, Bingen am Rhein. CC-BY SA 4.0.Aus dem Schiefergestein des rechten Naheufers herausgehauen liegt sie auf der Achse der Nahebrücke 4,50 Meter unter dem heutigen Straßenniveau. Ein halbkreisförmiges Kreisgewölbe „in sauberem mit dem Hammer gerichteten Bruchsteinmauerwerk mit altertümlich breiten Mörtelfugen“ überdeckt den Raum.

Die angedeuteten Fensteröffnungen der ca. 3,8 x 3,8 m großen Kapelle sind heute zugemauert. Ihr Vorhandensein könnte darauf schließen, dass sie in früheren Zeiten nicht vom Pfeiler umschlossen war, sondern aus diesem herausragte oder gar außerhalb des Pfeilers stand. Die Darmstädter Zeitung berichtete 1877, dass ein Fenster einmal „einen winzigen Lichteinlass“ hatte, der nun geschlossen sei und in weiteren Beschreibungen aus dem letzten Jahrhundert ist von einem Lichtschacht zu lesen.

Schließlich wurde das seit seiner Erbauung im Jahre 989 durch Erzbischof Willigis wichtige Verbindungsstück einer stark frequentierten Überlandstraße aus kriegstaktischen Gründen mehrfach unpassierbar gemacht und immer wieder aufs Neue hergerichtet.

Bei der großen Zerstörung von Bingen durch französische Truppen 1689 im neunjährigen Krieg (Pfälzischer Erbfolgekrieg) wurde auch die Drususbrücke wieder einmal ein militärisches Opfer. Wegen fehlender Mittel konnte sie 1699 nur notdürftig mittels Holzverstrebungen repariert werden. Erst 1772 erfolgte der steinerne Reparatur die bis 1945 Bestand hatte, als die Wehrmacht einen der Brückenbogen sprengte, um das Vorrücken der amerikanischen Truppen zu verhindern. Durch amerikanische Pioniere notdürftig passierbar gemacht wurde sie 1951/52 wieder hergerichtet und dabei um 3 Meter verbreitert.

Die Brückenkapelle grenzte einst unmittelbar an den Keller des Gasthauses „Drususbrücke“. Mit dem Abriss des Gebäudes im Juli 1972 und dem anschließenden Ausbau der Kreuzung an der Drususbrücke, wurde ein neuer Zugang mit Vorraum geschaffen. Seit dem 31. Mai 1979 ist die Brückenkapelle wieder über Führungen zugänglich und am „Tag des offenen Denkmals“ für jeden geöffnet. 

Ob die Brückenkapelle mit der Bonifatiuskapelle identisch ist, wie in manchen älteren Unterlagen vermutet wird, ist bisher nicht belegt.

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Drususbrücke | © Torsten Silz / Stadt Bingen

Drususbrücke

Vom 09.01.2026 bis zum 31.12.2029

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